EYE-Open

Ihr Fotograf im Web

360° Panorama - Zeigen sie mehr!

Aug 142017

Sie wollen auf Ihrer Webseite dem Betrachter ein Raumgefühl geben und nicht einfach nur Produkte her zeigen?

Besonders in der Architektur, Innendesigner, bei Schauräumen oder Geschäftslokalen ist es schwierig ein Bild zu zeigen, dass den ganzen Raum wieder spiegelt. Bei einem Panorama stellen sie den Betrachter virtuell in den Raum und lassen ihn selbst umschauen. So bekommt man eine Idee von Raumgröße und Wirkung auf den Betrachter.

Inzwischen hat jedes Telefon schon eine Panoramafunktion. Hierbei werden die einzelnen Bilder (jeweils andere Belichtung und Weißabgleich) automatisch verbunden.

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Dabei können je nach Motiv auch Fehler entstehen. Siehe Das Bild oben! Zusätzlich ist die Auflösung der Bilder begrenzt. Es reicht für einen kurzen Blick, aber Details sind nicht mehr gut zu sehen.

Die zweite Möglichkeit sind 360° Kameras. Mittlerweile gibt es schon einige am Markt, auch solche die Videos erstellen können. Die einfachsten bestehen aus zwei Kameras die mit großen Fischaugenlisen Bilder machen und diese automatisch zusammenschneidet. Man kann sich vorstellen, das es hier weniger Fehler, dafür aber mehr Farbprobleme gibt. Zwei Fotos ergeben zusammen auch noch weniger Details als bei der Handymethode.
Teurere Modelle mit mehr Kameras (als Ball) machen da natürlich bessere Fotos. Die Objektive und Kameras sind aber Handyqualität.

Kommen wir zu meiner bevorzugten Methode.

 Diese Methode verwendet nur eine Kamera, die aber mehr Bilder macht. Ähnlich der Handymethode werden hier mit einer DSLR (Vollformat) und einem guten Objektiv mehrere Bilder geschossen. Damit es nicht zu den Problemen wie beim Handy kommt muss man

folgende Dinge beachten:

  • Immer ein Stativ mit Nodaladapter verwenden
    Bei den Aufnahmen muss man sich um die erste Linse des Objektives drehen und nicht die Kamera umherschwenken. Der Nodaladapter gleicht die Bewegungen aus. Dazu muss er für Kamera und Objektiv genau justiert werden. Sonst entstehen Parallaxenfehler (Siehe im oberen Bild, das Geländer)
  • Manueller Modus
    Die Kamera muss komplett manuell bedient werden.
    Fixer ISO, Verschlusszeit und Belichtungszeit. nur so werden alle Bilder gleich und können später zusammengesetzt werden.
  • Manueller Fokus
    Es ist schlimm, wenn sich dauernd der Fokus verschiebt und alles ungleichmäßig scharf wird. Die Bilder finden so später nicht zusammen
  • RAW
    nicht zwingend, aber er hilft unheimlich. Im Raw Modus werden dann die Bilder mit dem gleichen Profil entwickelt. Das garantiert super Panos.

Was kann bei so einem Pano schlief laufen und was kann man dagegen machen?

  • Die Kamera verstellt sich
    Hab den Focus Lock vergessen! Mit dem Fuß das Stativ verschoben! Batterie leer? - In diesem Falle: Pech gehabt. Zurück zum Start und beginnen sie von vorne.
  • Gleichzeitig zu Hell und zu Dunkel
    Bei Gebäudeinneren passiert es immer wieder, dass der Raum zu dunkel ist und die Sonne beim Fenster voll reinknallt. Mit Blitz aufhellen ist möglich, aber auch schwierig. Wo stellt man ihn den hin? Und umstellen ist nicht, sonst passen die Schatten nicht.
    Also entweder Vorhänge zu, anderer Tag oder HDR. Stell auf deiner Kamera ein Bracket ein und mach zwei oder drei Bilder. HDR Panorama. Bitte bei der Ausarbeitung keinen zu starken HDR Effekt drauflegen. Ideal ist, wenn man das HDR später nicht mehr bemerkt, aber die Belichtung passt.
  • Leute laufen durch
    Passiert immer wieder. Am besten, kurz warten und dann nochmal abdrücken. Bei den Panoramaprogramm später eine Maske über die Leute legen und weg sind sie. Aufpassen auch bei Kameraschlaufen oder im Falle von Bodenaufnamen, die eigenen Schuhe. Die wollen auch immer gerne ins Bild.

Ich hab die einzelnen Bilder - Wie weiter?

Super. Der schwierige Teil ist erledigt, nun beginnt der Nervenaufreibende. Hab ich alles richtig gemacht? Hab ich nichts vergessen?

Ich verwende (unter Linux) Darktable für die Rawauswertung und Hugin für das Stitchen. Dabei werden die berechneten Bilder mit Enblend und Enfuse ideal zusammenverbunden.

Merkt man was? Die Berechnung dauert viel länger und selbst der schnellste PC kommt so ins schwitzen. Hier wird auch viel genauer berechnet als beim Handy oder der fertigen 360° Kamera.

Wie schaut dein Setting aus?

  • stabiles Stativ
  • Nikon D610
  • 24-70 2.8 (Normalerweise auf 24mm => 30 Einzelbilder)
  • Nodaladapter (Manuell mit 15° Schritten)
  • Ersatzakku
  • Darktable
  • hugin
  • pano2vr von Gardengnome

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Technische Fotomanipulation

Mai 302017

Technische Fotomanipulation

Was ist das?

Jeder kennt die 'normale' Fotomanipulation. Eine Person setzt sich mit einem Bild (in Gimp oder Photoshop) auseinander und verändert dort per Hand das Gesamtbild. Das Reicht von Helligkeitsanpassung über Retusche eines Gesichtes bis zu einer kompletten Neugestaltung des Bildes. In der Produktfotografie werden oft Produkte in Räumen dargestellt um zu sehen wie es fertig aussehen könnte. Im Falle eines Bodens muss eine Person aufwendig den Boden verlegen und dabei auf vieles aufpassen. Sollte nun das gleiche Bild mit einem anderen Boden sein, muss diese Prozedur wiederholt werden. Die Kosten pro Bild sind dabei sehr hoch.

Bei der technischen Fotomanipulation wird dem Computer beigebracht wie man den Boden richtig verlegt. In diesem Falle wird ein Bild vorbereitet, bei dem der Boden fehlt aber Lichteinfall, Schatten und Reflexionen richtig gestellt wurden. Dieser Aufwand muss einmal per Hand gemacht werden. 
Der Computer holt sich nun aus einem 'Holzlager' die fotografierten Stäbe, schneidet daraus die richtige Größe und beginnt den Boden nach Muster zu verlegen. Fugen, Helligkeitsunterschiede pro Verlegerichtung und vieles mehr kann hier automatisiert eingebaut werden. Danach verzerrt er den Boden richtig, damit er ins Bild passt.

Einmal gelernt kann der Computer diese Prozedur mit verschiedensten Holzarten, Verlegemustern und Bildern automatisiert wiederholen. Schnelle Computer können so eine Vielzahl von Bildern pro Stunde in Druckqualität ausrechnen.

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Wofür kann es verwendet werden?

Diese Art der Photomanipulation kann für alle Oberflächen

  • Boden: Parkett, Laminat, Teppich, Fliesen, Steine
  • Wand: Fliesen, Tapete, Vertäfelung, Farben, Muster
  • Decke: Stuck, Muster, Tapeten
  • Außen: Steinmauern, Wege

verwendet werden.

Als Basis muss nur ein passendes Bild (Eigenes Foto oder von Stockagentur) vorliegen, bei dem das entsprechende Element getauscht wird.
Der Aufwand besteht in der Vorbereitung des Bildes und dem lernen des richtigen Verlegens. Wenn der Computer einmal eingestellt ist, kann er dann schnell und trotzdem qualitativ hochwertige Bilder am Fließband erstellen.

Vorteile für den Kunden?

Bei neuen Produkten ist es oft schwer zu geeignetem Fotomaterial für einen Katalog oder die Webseite zu kommen. Damit können neue Produkt schon in einer Vielzahl von Einsätzen getestet werden, ohne dass das Produkt überhaupt existiert. Oder es werden bereits während der Fertigung der Produktes bereits die Kataloge gedruckt.

Zusammengefasst:

  • Produktbilder vor Fertigung des eigentlichen Produktes (auch für Planungsphase)
  • Kataloge fertig bevor der Verkauf startet
  • Hochwertige Bilder zu niedrigen Preisen (Neue Muster können schnell berechnet werden. Keine Handarbeit notwendig.)
  • Viele Variationsmöglichkeiten

 

Der Fotograf unter Linux

Mai 302017

Linux für Fotografen

 Ob man nun als Hobby fotografiert oder damit sein Geld verdienen will. Für alle gilt das gleiche. Sie brauchen ein stabiles System um Ihre Fotos zu verarbeiten und zu speichern.
Der erste Gedanke ist bei vielen natürlich Photoshop. Ob gekauft oder gestohlen jeder braucht es. Aber stimmt das? Ich sage dazu nein.

Hier bauen wir mal gedanklich ein kleines System auf Linuxbasis auf um eine Alternative kennen zu lernen.

Das Linux

Die Überschrift ist eigentlich nicht korrekt, denn es gibt nicht 'das' Linux. Linux ist eine Plattform mit vielen Programmen und Funktionen. Für jedes Problem gibt es ein oder mehrere Programme. Eine Distribution (z.B. Ubuntu) kümmert sich um ein Startpaket und eine Vorauswahl der Programme. Man kann jederzeit neue Programme hinzufügen oder entfernen. Über den integrierten Softwaremanager geht das ähnlich wie beim Handy.

Datenspeicherung

Es werden immer mehr Fotos und die Dateigrößen werden immer höher. Wenn man in RAW fotografiert hat ein Bild schnell ~30MB. Wo speichert man die Bilder hin? Die Festplatte im Computer ist nicht der optimalste Platz, wenn die dann noch eine SSD ist, wird diese auch schnell zu klein. Eine Fehler im System und schnell sind alle Erinnerungen weg.

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Ein eigener Server muss aber nicht unbedingt sein. Ich habe hier eine Synology neben mir stehen DS7xx oder DS9xx, je nachdem wie viel man speichern will. Dieses NAS bietet die Funktionen eines eigenen Servers ist aber dennoch so kompakt dass es überall hin passt und wenig Lärm macht.
Zwei Festplatten im RAID1 (Spiegelung) sollten es schon sein um wenigstens etwas Sicherheit zu haben. Eine USB Festplatte dazu für das Backup ist auch hilfreich. Die Synology dient dann auch gleich als Medienserver für den Fernseher und stellt auch noch viele andere Dienste bereit.

RAW-Entwicklung

Als führend wird hier Adobe Lightroom angegeben. Unter Linux läuft es nicht also schauen wir um Alternativen. Hier gibt es einige. Von UFRaw das sogar von der Commandline aus bedient werden kann, Raw Therapee und noch vielen andern.

Mein Favorit ist Darktable:

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Es bietet einen schnellen Überblick über die Bilder, kann diese per Presets auch schnell entwickeln oder jedes einzelne durch eine vielzahl von Möglichkeiten ausarbeiten.
Für wiederkehrende Arbeiten habe ich ein Preset erstellt, dass die Basiskorrekturen erledigt. Dann schaue ich nochmal kurz über jedes einzelne Bild drüber. Helligkeit, Weißabgleich und Zuschnitt.
Für einmalige Aufträge werden je nach Lichtsituation einzelne Bilder ausgearbeitet und die Information auf die anderen übertragen. Danach noch eine Kontrolle und man ist so auch bei 1000 Bildern zügig fertig.

Bei vielen Bildern endet hier die Entwicklung. Weißabgleich, Objektivverzerrung, Belichtungskurve, Entrauschen, Vignettierung, Zuschnitt, Drehung, Perspektivenkorrektur, Farbkorrektur, Equilizer (Geiles Ding), Wasserzeichen, ... wird bereits in Darktable erledigt.

Pixelbearbeitung

Manchmal müssen störende Elemente aus einzelnen Bildern entfernt, Gruppenfotos zusammengeschnitten, Hintergründe ausgetauscht oder eine spezielle Retusche gemacht werden. Hier benötigt man ein Programm für Pixelmanipulation. Photoshop ist hier nicht die Wahl sondern GIMP.

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Gimp und Photoshop sind in der Funktion ähnlich. Das wichtigste ist der Aufbau in Ebenen. Sie vereinfachen viele Aufgaben und im Zusammenhang mit Masken können so einzelne Teile des Bildes geändert werden. Sehr viele Pinsel und mit GMic auch sehr viele Effekte stehen so für verschiedenste Aufgaben zu Verfügung.

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Roland Schuller - EYE-Open.at