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Ihr Fotograf im Web

Der Fotograf unter Linux

Mai 302017

Linux für Fotografen

 Ob man nun als Hobby fotografiert oder damit sein Geld verdienen will. Für alle gilt das gleiche. Sie brauchen ein stabiles System um Ihre Fotos zu verarbeiten und zu speichern.
Der erste Gedanke ist bei vielen natürlich Photoshop. Ob gekauft oder gestohlen jeder braucht es. Aber stimmt das? Ich sage dazu nein.

Hier bauen wir mal gedanklich ein kleines System auf Linuxbasis auf um eine Alternative kennen zu lernen.

Das Linux

Die Überschrift ist eigentlich nicht korrekt, denn es gibt nicht 'das' Linux. Linux ist eine Plattform mit vielen Programmen und Funktionen. Für jedes Problem gibt es ein oder mehrere Programme. Eine Distribution (z.B. Ubuntu) kümmert sich um ein Startpaket und eine Vorauswahl der Programme. Man kann jederzeit neue Programme hinzufügen oder entfernen. Über den integrierten Softwaremanager geht das ähnlich wie beim Handy.

Datenspeicherung

Es werden immer mehr Fotos und die Dateigrößen werden immer höher. Wenn man in RAW fotografiert hat ein Bild schnell ~30MB. Wo speichert man die Bilder hin? Die Festplatte im Computer ist nicht der optimalste Platz, wenn die dann noch eine SSD ist, wird diese auch schnell zu klein. Eine Fehler im System und schnell sind alle Erinnerungen weg.

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Ein eigener Server muss aber nicht unbedingt sein. Ich habe hier eine Synology neben mir stehen DS7xx oder DS9xx, je nachdem wie viel man speichern will. Dieses NAS bietet die Funktionen eines eigenen Servers ist aber dennoch so kompakt dass es überall hin passt und wenig Lärm macht.
Zwei Festplatten im RAID1 (Spiegelung) sollten es schon sein um wenigstens etwas Sicherheit zu haben. Eine USB Festplatte dazu für das Backup ist auch hilfreich. Die Synology dient dann auch gleich als Medienserver für den Fernseher und stellt auch noch viele andere Dienste bereit.

RAW-Entwicklung

Als führend wird hier Adobe Lightroom angegeben. Unter Linux läuft es nicht also schauen wir um Alternativen. Hier gibt es einige. Von UFRaw das sogar von der Commandline aus bedient werden kann, Raw Therapee und noch vielen andern.

Mein Favorit ist Darktable:

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Es bietet einen schnellen Überblick über die Bilder, kann diese per Presets auch schnell entwickeln oder jedes einzelne durch eine vielzahl von Möglichkeiten ausarbeiten.
Für wiederkehrende Arbeiten habe ich ein Preset erstellt, dass die Basiskorrekturen erledigt. Dann schaue ich nochmal kurz über jedes einzelne Bild drüber. Helligkeit, Weißabgleich und Zuschnitt.
Für einmalige Aufträge werden je nach Lichtsituation einzelne Bilder ausgearbeitet und die Information auf die anderen übertragen. Danach noch eine Kontrolle und man ist so auch bei 1000 Bildern zügig fertig.

Bei vielen Bildern endet hier die Entwicklung. Weißabgleich, Objektivverzerrung, Belichtungskurve, Entrauschen, Vignettierung, Zuschnitt, Drehung, Perspektivenkorrektur, Farbkorrektur, Equilizer (Geiles Ding), Wasserzeichen, ... wird bereits in Darktable erledigt.

Pixelbearbeitung

Manchmal müssen störende Elemente aus einzelnen Bildern entfernt, Gruppenfotos zusammengeschnitten, Hintergründe ausgetauscht oder eine spezielle Retusche gemacht werden. Hier benötigt man ein Programm für Pixelmanipulation. Photoshop ist hier nicht die Wahl sondern GIMP.

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Gimp und Photoshop sind in der Funktion ähnlich. Das wichtigste ist der Aufbau in Ebenen. Sie vereinfachen viele Aufgaben und im Zusammenhang mit Masken können so einzelne Teile des Bildes geändert werden. Sehr viele Pinsel und mit GMic auch sehr viele Effekte stehen so für verschiedenste Aufgaben zu Verfügung.

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Roland Schuller - EYE-Open.at